Die Leitmedien unseres Landes (Österreich) verkünden uns, dass gegenwärtig um die Schule "gestritten" werde. So also ist das.

Als Kind wurde mir beigebracht, dass "Streit" nur dann aufkommen könne, wenn der Weg der Vernunft verlassen und der Weg des Kräftemessens eingeschlagen wird. Beim Streit geht also darum, dass der Stärkere (und vielleicht auch Skrupellosere) den Sieg davonträgt, nicht der Klügere.

Damals, in meiner Kindheit, (zu einer Zeit also, als noch der größte Krieg der Geschichte tobte und Europa in Schutt und Asche lag) lehrte man die Jugend, dass "Streit" von Unreife und Unvernunft zeugte.

In den Medien (das waren Zeitungen und der Rundfunk) las oder hörte man das Wort Streit so gut wie nie, in Nachrichtensendungen schon gar nicht, außer es handelte sich um Händel zwischen Nachbarn, in manchen Familien oder unter Jugendlichen. In der Politik gab es keinen Streit, sondern Verhandlungen, vielleicht Auseinandersetzungen, Verhandlungen und "Sondierungen" etc.. Politiker schienen irgendwie über Streit erhaben.

Heutzutage wird fast täglich über Streit, vor allem in der Politik berichtet. Und heutzutage streiten politische Parteien also auch um "die Schule" - ist das nicht seltsam? Eine Institution, die den Nachwuchs zu "verantwortungsbewussten Gliedern der Gesellschaft bilden" sollte, ist zum Zankapfel unter "gewählten Vertretern" des Volkes geworden.

Heißt das nicht, dass diese Vertreter den Weg der Vernunft verlassen und den Weg des Streits - des Kräftemessens - gewählt haben?

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