Die Leitmedien unseres Landes (Österreich) verkünden uns, dass gegenwärtig um die Schule "gestritten" werde. So also ist das.

Als Kind wurde mir beigebracht, dass "Streit" nur dann aufkommen könne, wenn der Weg der Vernunft verlassen und der Weg des Kräftemessens eingeschlagen wird. Beim Streit geht also darum, dass der Stärkere (und vielleicht auch Skrupellosere) den Sieg davonträgt, nicht der Klügere.

Damals, in meiner Kindheit, (zu einer Zeit also, als noch der größte Krieg der Geschichte tobte und Europa in Schutt und Asche lag) lehrte man die Jugend, dass "Streit" von Unreife und Unvernunft zeugte.

In den Medien (das waren Zeitungen und der Rundfunk) las oder hörte man das Wort Streit so gut wie nie, in Nachrichtensendungen schon gar nicht, außer es handelte sich um Händel zwischen Nachbarn, in manchen Familien oder unter Jugendlichen. In der Politik gab es keinen Streit, sondern Verhandlungen, vielleicht Auseinandersetzungen, Verhandlungen und "Sondierungen" etc.. Politiker schienen irgendwie über Streit erhaben.

Heutzutage wird fast täglich über Streit, vor allem in der Politik berichtet. Und heutzutage streiten politische Parteien also auch um "die Schule" - ist das nicht seltsam? Eine Institution, die den Nachwuchs zu "verantwortungsbewussten Gliedern der Gesellschaft bilden" sollte, ist zum Zankapfel unter "gewählten Vertretern" des Volkes geworden.

Heißt das nicht, dass diese Vertreter den Weg der Vernunft verlassen und den Weg des Streits - des Kräftemessens - gewählt haben?

Und worum geht es bei solchen Streitereien? Zum Beispiel wird darum gestritten, ob Volksschulkinder besser "verbal beurteilt" oder doch "mit Ziffern benotet" werden sollen. Wofür ist dies wesentlich? Geht es hier um sachliche oder doch eher um ideologische Gesichtspunkte?

Fragen im demokratischen Staat


Als Bürger eines demokratischen Staates frage ich mich: Habe ich "Vertreter" gewählt, um sachliche Lösungen für ein friedliches Leben zu finden, oder um ideologische Dogmen zu streiten?

Außerdem: Sind die Repräsentanten der Leitmedien nicht auch Bürger desselben Staates? Wählten die aus anderen Gründen?

Und ich frage mich weiter: Hat der geistige Horizont der gewählten Vertreter genauso wie der Medien-Repräsentanten vielleicht doch viel mehr damit zu tun, "durch welche Schule sie gegangen sind", als uns allen lieb sein kann? Und überhaupt, was soll eine "allgemeine Schule" denn generell bewirken?

Die Verfassung der Schule


Betrachten wir erst einmal, welche "Verfassung" die allgemeine Schule unserer Tage tatsächlich hat, und von wem diese geschaffen wurde. Im Paragraph 2 des österreichischen Schulorganisationsgesetzes heißt es:


  • ... Sie (die österreichische Schule) hat die Jugend mit dem für das Leben und den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können auszustatten und zum selbsttätigen Bildungserwerb zu erziehen.

  • Die jungen Menschen sollen zu gesunden und gesundheitsbewussten, arbeitstüchtigen, pflichttreuen und verantwortungsbewussten Gliedern der Gesellschaft und Bürgern der demokratischen und bundesstaatlichen Republik Österreich herangebildet werden.



Also - "mit dem für das Leben ... erforderlichen Wissen und Können" und für den "selbsttätigen Bildungserwerb" ausgestattete Jugend sollte für eine von der Allgemeinheit geschaffene und für sie betriebene Einrichtung bestimmt etwas sein, worüber (vom Volk, also von der Allgemeinheit gewählte) Politiker nicht in Streit geraten können. Zumindest, solange sie ihres Mandats bewusst und ihrer Aufgabe gewahr sind.

Etwas anders könnte es schon beim zweiten Teil der Aufgabenstellung ausschauen: "... mit dem für den künftigen Beruf erforderlichen Wissen und Können" auszustatten wird von verschiedenen politischen Richtungen durchaus unterschiedlich bewertet werden und kann somit zum Zankapfel werden. (Immer vorausgesetzt, dass der Weg der Vernunft schon verlassen worden ist.)

Für welchen künftigen Beruf ist welches Wissen erforderlich? (Abgesehen von der Tatsache, dass in unserer heutigen Zeit Menschen zur Schule gehen, deren künftiger Beruf noch gar nicht geschaffen ist!) Gibt es tatsächlich "berufliches Universalwissen" für jede Berufstätigkeit? Ich meine, dass abgesehen von ethischer Grundhaltung die "Schnittmenge" doch relativ gering sein wird.

Lernen fürs Leben


Hier stellt sich gewiss die Frage: Für welchen künftigen Beruf?

Die einen zielen auf einen "selbständigen", "kreativen" oder "gestaltenden" oder "führenden" Beruf ab, die anderen vielleicht auf einen "werktätigen" oder vielleicht gar nur "erwerbstätigen" oder "untergeordneten" und gewiss nicht "selbständigen" Beruf. Dass daraus ein Streit über die Schulpraxis entstehen kann, dürfte auf der Hand liegen. Sollte man sich vielleicht nicht zuerst über Wesentliches klar und einig werden?

Außerdem: Vor dem zwölften Lebensjahr werden nur die wenigsten jungen Menschen Gedanken an das Berufsleben haben, dieses aber als Leitbild für die Ausbildung zu setzen, scheint dann wohl etwas verfehlt. Bis dahin sollten sie die Grundlagen einer lebendigen Kultur erworben haben, um gut gerüstet in jenen Lebensabschnitt einzutreten, der den künftigen Beruf einläutet. Zu diesen Grundlagen sollte ganz gewiss schon die Fähigkeit zum selbständigen Bildungserwerb gebildet und entwickelt sein!

Auch über "gesunde und gesundheitsbewusste, pflichttreue und verantwortungs-bewusste" "Bürger der ... Republik Österreich" als angestrebtes Ergebnis der Bildung kann es wohl kaum einen Streit geben. Dann wohl schon eher über das Attribut "arbeitstüchtige" (und das Ziel) "Glieder der Gesellschaft".

Da mag es wohl politische Haltungen geben, die in solcher Formulierung autoritäre und "herrschaftliche" Beweggründe wittern und darüber aus demokratischem Verständnis einen Streit vom Zaun brechen.

Nun ... der Gesetzestext wurde im Parlament debattiert und beschlossen - von gewählten Vertretern beschlossen. Dennoch ist man sich in der Praxis nicht einig und gerät (wie uns die sogen. Leitmedien berichten) "in Streit" über die Sache an sich.

Beachtet man dann die Themen, über die "gestritten" wird, dann erweist es sich in aller Regel, dass es nie um Wesentliches geht, sondern im Grund genommen um nebensächliche ideologische Aspekte, ohne dass Wesentliches auch nur am Rande erwähnt würde. Ob es wohl daran liegen mag, dass die Menschen, die hier "öffentlich streiten", in ihrem eigenen Bildungsgang nie gelernt haben, Wesentliches zu erkennen?

Bildung für das Volk


Was könnte denn wirklich Wesentliches für eine allgemeine Schule, also für eine Einrichtung zum Wohl des Nachwuchses der gesamten Nation, sein?

(Ich denke, dass man über das Wesentliche hinaus Schule nicht regulieren sollte, dass also die Bestimmungen für die allgemeine Schule für jede Art von Schule als zu erfüllende "Mindestforderung" gelten muss.)

Gewiss, Ausbildung mit Blick auf die künftige Berufstätigkeit ist sinnvoll, richtig und gut - aber wie weit darf die künftige Berufstätigkeit die allgemeine Bildung (d. h. im Klartext Allgemeinbildung, also Bildung für alle und vor allem der Kinder) bestimmen?

Wenn aber von moderner Schule öffentlich gesprochen wird, was hört man? Anforderungen "der neuen Zeit", Anforderungen "des Handels", "der Industrie, des Gewerbes", des "Informationszeitalters" gerecht werden müssen. Wie bitte? Wo bleibt das Wohl der Menschen, für die alle Politik tätig ist (bzw. tätig sein sollte!)?

Ich würde sagen, bis zum Alter von etwa 12 Jahren sollte in den Kindern vor allem das für eine beglückende persönliche Lebensführung Wesentliche geweckt, entwickelt und gebildet werden.

Erst nach dieser grundlegenden Ausstattung macht es Sinn, das im kommenden Berufsleben zur Wirkung zu bringende Wissen zu vermitteln. Alles, was in dieser Hinsicht zu früh angeboten und verlangt wird, hat nur die Wirkung, auf Unverständnis aufbauende "Hörigkeit" zu entwickeln. Ist dies vielleicht sogar erwünscht?

Maßgeblich Kräfte


Man könnte gewiss "der Industrie" oder "dem Handel" usw. das Recht einräumen, alle hauptsächlichen "Bildungsbereiche" zu bestimmen und diese zur "Allgemeinbildung" zu erklären. Was würde man erreichen?

Im Grund schafft man so eine Anstalt zur Lieferung von perfekten Arbeitskräften. Dann wird man vermutlich einen Staat haben, der aus Sicht der Machthaber "wirtschaftlich ganz gut" dasteht. Ob aber der einzelne Mensch als Arbeitskraft dabei glücklich ist, wäre kaum eine Frage. (Es ist ja die "Arbeitskraft", auf die es dabei ankommt, nicht das Individuum, der einzelne Mensch.) "Arbeitskräfte" - soll heißen: das "Menschenmaterial" - wachsen ja unermüdlich von selbst nach, man muss es nur abrichten.

Dass in so einem Staat weder die Industrie noch das Gewerbe oder der Handel tatsächlich das Sagen haben, liegt auf der Hand. Wer besitzt und bestimmt denn Industrie und Handel und in zunehmendem Maße auch das Gewerbe? Es sind - schön verschleiernd umschrieben: Die "Banken" und "Finanzmärkte", die in Wahrheit von einer Handvoll skrupelloser Mächtiger dirigiert werden.

Man braucht doch nur mit wachsamen Verstand die Zeichen der Zeit beachten: Kennen Sie auf diesem Planeten heute mehr als ein paar Staaten, die nicht völlig in der Schuld der "Finanzmärkte" liegen? Jedes Volk "bedient" mit einem großen Teil seiner Produktivität diese namenlosen "Finanzmärkte".

Und ... wer ging aus allen großen Finanzkrisen der Geschichte als Sieger hervor, während die Menschen der Nationen wirtschaftlich hungerten?

Falsche Zielsetzung


Also nein - das kann kein Ziel einer verordneten Allgemeinbildung sein!

Ja, Berufstätigkeit ist wesentlich für das Leben eines jeden Menschen - aber so vielfältig wie die Menschen sind, so vielfältig werden die Eignungen und Neigungen für ihre Berufstätigkeit sein. Aus "allgemein gut gebildeten" Menschen werden (zum Beispiel) die Industrie und der Handel immer noch eine sehr reiche Auswahl an Menschen haben, die sich aus persönlichem Interesse zu gebrauchten Arbeitskräften ausbilden lassen wollen. Die Auswahl wird vermutlich wesentlich größer sein als heutzutage!

Die Kosten für solche Spezialisierung dürfen nicht der Allgemeinheit angelastet werden: Das zu fordern ist eine Erfindung von Kapitänen der "Finanzmärkte", es hat absolut nichts mit der "Allgemeinbildung" zu tun.

Was ist der Zweck ihres (der Kapitäne) Tuns? Es geht ihnen nur darum, die eigenen Aufwendungen zu minimieren, und ihre Gewinne zu maximieren. Soweit durchaus vernünftig. Die Differenz zwischen tatsächlichen Kosten und ihren Aufwendungen soll die Allgemeinheit zahlen. Dies aber ist ganz und gar nicht "vernünftig", es läuft sowohl der Gerechtigkeit als auch der Vernunft zuwider.

Die Allgemeinheit - in Form ihrer verantwortungsbewussten Vertreter - würde für diesen Zweck niemals zahlen, läge er offen auf den Tisch. Also wird dem Ganzen eine Tarnkappe über-gestülpt, die sagt: "Bessere Bildung für besseres Leben!"

So wälzen sie die "Unkosten" der Bildung für ihren eigenen Gewinn auf die Allgemeinheit ab. Und schaffen sich einen großen Fundus an "Gebildeten", die sich eifrig willfährig für ihre Zwecke einspannen lassen.

Und ... alle jungen Menschen nach den Bedürfnissen einzelner (und ganz weniger!) Sparten "allgemein" auszubilden, bedingt natürlich obendrein, die Mehrheit der menschlichen Potentiale zu unterdrücken.

Allgemeinbildung muss der Allgemeinheit Nutzen bringen, ihr dienen, und nicht einzelnen "wirtschaftlichen Interessen".

(Verstehen Sie mich hier bitte nicht falsch: "Wirtschaftliche Interessen" sind grundsätzlich berechtigt, und im Interesse der Allgemeinheit, solange es um Wirtschaft geht, die der Allgemeinheit dient!

Ich erinnere hier nur daran, dass auch "Parasiten" wirtschaftliche Interessen haben können und dürfen, doch wäre es verrückt, solchen "als im Interesse der Allgemeinheit liegend" einen Sonderstatus einzuräumen! Doch genau dies geschieht mit den Forderungen der "Wirtschaft" - was aber nicht die Wirtschaft an sich, sondern nur die Wirtschaft der Finanzertrags-Optimierer ist!)

Auch hier ist wieder eine Tarnkappe im Spiel: Wirtschaft an sich ist nötig und gut, die Wirtschaft eines Finanzertrag-Optimierers hat aber ganz und gar nichts mit der "Volkswirtschaft" zu tun, der er zu dienen er vorgibt. Mit ihrer Auszehrung hat er viel mehr zu tun!

Wem fielen denn die ganzen Vermögenswerte der "fleißigen kleinen Leute", die durch Finanzmanipulationen alles, sogar ihr Heim verloren haben, am Ende zu?

Schule aus Sicht von Lernkultur


Lernkultur nimmt eine ganz klare Position ein:

"Schule" - egal ob allgemeine öffentliche oder private Schule, hat vor allem nur eine Aufgabe: Den jungen Menschen durch versierte Bildungsangebote zu helfen, ihre Anlagen und Potentiale zu erkennen und zu entfalten und zur Blüte zu bringen.

Nur in solcher Bildung werden sie ein festes Fundament haben, auf dem sie ihr Lebensziel planen und aufbauen können, um erfolgreich und glücklich zu sein. Dann erst ist die Zeit gekommen, sich der beruflichen Spezialisierung zuzuwenden.

Denn: Nur erfolgreiche und glückliche Menschen werden auch in jedem Beruf, den sie wählen mögen, verlässliche Berufstätige sein. Kein unzuverlässig Berufstätige wird sich selbst je "glücklich und erfolgreich" bezeichnen können.

"Allgemeinbildung" braucht kein anderes Ziel, vor allem nicht ein "berufsorientiertes" Ziel, das gerade in einer Zeit des Umbruchs (wie der unseren) gar nicht vorhergesehen werden kann.

Aus Fehlern lernen


Wir sehen seit einigen Generationen, dass alle politischen "Bemühungen", durch die allgemeinen ("öffentlichen") Schulen die Forderungen der sogenannten Berufswelt zu erfüllen, einerseits stets um zumindest eine Generation zu spät dran sind, andererseits immer mehr "Ausschuss" produziert: Das sind junge Menschen, die keiner Anforderung einer Berufstätigkeit nachkommen wollen oder "Qualifikationsmaßnahmen" nur auf sich nehmen, um ihre "Bezugsberechtigung" zu wahren.

Solche Menschen sind das vorhersehbare Produkt einer orientierungslosen, an vorgegebenen Ziele ohne eigene Anteilnahme orientierten "Bildung". Wahre Bildung ist an der Würde des Menschen und seinen Potentialen orientiert. Und gerade Potential und Würde des Menschen sollten für jeden Politiker einer demokratischen Gesellschaft den höchsten Wert haben.

Was aber scheint den Politikern unserer Zeit wichtig? Dem Volk "Vorbild" zu sein in "politischer Korrektheit", der das "Gendern" (Neusprech!*) als höchster Wert gilt: "Wählerinnen (Neusprech!*) und Wähler", "Arbeiterinnen (Neusprech!*) und Arbeiter", "Beamtinnen (Neusprech!*) und Beamte", "Angestelltinnen (Neusprech!*) und Angestellte" ;) ... all dies ohne jede Rücksicht auf gewachsene sprachliche Strukturen. Was für ein Unsinn!

*Anmerkung: "Neusprech" ist das von einem fiktiven "Großen Bruder" geschaffene "Kommunikationsdiktat", das die "Einheitspartei" in George Orwells Roman "1984" ihrem Volk verordnet, um ihre Wahrheit als einzig gültige durchzusetzen.

Derartige "Sprachplanung" soll die Ausdrucksmöglichkeiten beschränken und freies Denken unterdrücken: Wer anders spricht gilt als Volksfeind (in unserer Zeit jedoch als "politisch inkorrekt") und wird verfolgt.

Im übertragenen Sinne ist Neusprech die Schaffung von Sprachformen und -mitteln, die bewusst manipulativ eingesetzt werden, um Tatsachen zu verbergen und Ideologie oder Ziele ihrer Urheber zu verschleiern.


Wirksame Berufsbildung


Berufsbildung sollte branchenorientiert in getrennten Zweigen organisiert sein und von den jeweiligen Berufsgruppen getragen werden und nach der Allgemeinbildung kommen. Die dafür anfallenden Kosten sollten die Berufsgruppen bzw. Unternehmensverbände tragen - es sind nicht "Kosten der Allgemeinheit"!

Wer könnte besser wissen, welche Ausbildung für eine Berufsgruppe erforderlich ist, als ihre eigenen Sachverständigen? Das für die verschiedenen Berufszweige erforderliche Spezialwissen zu vermitteln kann bei effizienter Methodik in bedeutend kürzerer Zeit erlernt werden, wenn die Studenten zum selbständigen Bildungserwerb erzogen sind und dieses Fachwissens aus eigenem Interesse erwerben wollen. Solchen Lehrstoff einer "Allgemeinheit", in der vielleicht nur einzelne Individuen ein moderates Interesse an der Sache haben, vorzutragen kann hingegen niemals effizient sein.

Die Forderung, dass alle jungen Menschen bis zum 18. Lebensjahr (oder noch länger!) einer "Allgemeinbildung" auszusetzen sind, die so gut wie nichts mit ihren eigenen Anlagen und Interessen zu tun hat, bedeutet, diese jungen Menschen zu "professionellen Konsumenten" zu erziehen - zuerst zu Konsumenten einer verordneten "Bildung" und in der Folge zu Konsumenten von Zuwendungen der Allgemeinheit.

Kultur des Lernens, lernende Kultur


Lernkultur versteh sich als eine Kultur des Lernens in einer lernenden Kultur. Schulen unserer Zeit sind nur schwer mit dem Gedanken im Einklang zu bringen, dass sie "Kultur" vermitteln und erhalten sollten.

Ein Ansatz von "Lernkultur" wird erst dann sichtbar, wenn die Politik beginnt, sich darauf zu besinnen, wessen Diener sie sein sollte. Von wem geht in einer Demokratie das Recht aus? Heißt es nicht, es geht vom Volke aus?

"Revolutionäres" Gedankenspiel:


Dies ist nur ein Vorschlag für ein persönliches Gedankenspiel:

Angenommen, Sie wollten in einem "demokratischen Spiel des Lebens", in dem es nicht auf "die bessere Idee" ankommt sondern nur auf den Sieg, als Gewinner hervorgehen, wie würden Sie vorgehen?

Würden Sie dann nicht die Lebensbedingungen "Ihres Volkes" bestimmen wollen? Würde es Sie nicht stören, wenn "das Volk" an der Gestaltung seiner eigenen Lebensbedingungen aktiver mitwirkt als an jener nach Ihrer Vorstellung?

Wäre nicht auch für Sie ein erster Schritt, in den Medien Posten zu besetzen, um im Volk Ihre Vorstellung zu säen?

Und ein nächster Schritt, dafür zu sorgen, dass das Volk vor allem Ihre Nachrichten hört und erörtert, statt Ansichten und Nachrichten aus anderen Quellen?

Und ein weiterer Schritt, dafür zu sorgen, dass Ihre Delegierten nur das, was Sie zur Wichtigkeit erklären, als anzustreben verkünden und vertreten?

Wäre es Ihnen nicht auch wichtiger, dass das Volk Ihr Urteil übernimmt, statt sich um ein je eigenes Urteil zu mühen?

Und wie lange, denken Sie, würden es brauchen, bis Sie die - für "Ihr Volk" nicht leicht durchschaubare - Herrschaft über das Bildungswesen übernommen haben, das den gesamten Nachwuchs nach Ihren Wünschen "bildet" - ah: erzieht?

Wenn Sie das erreicht haben, wer könnte Ihnen dann noch die Herrschaft streitig machen?

Wenn Sie dieses Gedankenspiel zu Ende gebracht haben, dann lade ich Sie ein: Schauen Sie sich doch einmal aufmerksam in unsere Welt um! Schaffen Sie es, einen "Drahtzieher" zu erkennen, der unsere Kultur in den Morast fährt?

Wenn nicht: Suchen Sie weiter!

Wenn schon: Gratulation! Sie sind fähig, Träger einer neuen Lernkultur zu werden!