Kultur hat Sinn und Wirkung


Unsere "abendländische" Kultur umfasst vieles, was wir alle schätzen: Große Kunstwerke, hoch entwickelte Wissenschaften, phantastische Technologien, um nur drei Beispiele zu nennen. Dazu ein viel ver­spre­chendes politisches System, die Demokratie.
Dieses System verspricht uns unter anderem Freiheit, Chancen­ge­rech­tigkeit und Mit­sprache in der Wahl unserer Regierung(en).
Schauen wir aber genau hin, dann erweisen sich viele Versprechen als bloße Worthülsen ohne jeden konkret erkennbaren Inhalt.
Wir glauben, Demokratie (d.h. Herrschaft des Volkes) zu praktizieren, tatsächlich aber herrscht die nackte Pekuniakratie (Herrschaft des Geldes).


Wir glauben an ein "vereintes demokratisches Europa" von souveränen Nationalstaaten, deren nationale Regierungen die Anliegen ihrer Völker einbringen.
Tatsächlich ist die Europäische Union als Koporatokratie (Herrschaft der Körperschaften) geplant und wird systematisch so realisiert. Nicht die von uns gewählten Regierungen bestimmen unsere Zukunft, diese erhalten vielmehr Direktiven von den Kommissionen. Die EU degardiert unsere Regierungen zu Befehlsempfängern. Die Regierungen müssen den Willen Ihres Souveräns (des Volkes) beugen, um "Wohlverhalten" zu beweisen.
Diese Kommissionen aber sind jeder demokratischer Kontrolle entzogen. Sie haben absolut nichts mit Demokratie zu tun, sie zerstören und untergraben vielmehr funktionierende Demokratien.
Wären wir alle in der Lage, den Schwindel zu durchschauen, dann könnten wir vereint all diese Schwindler und Despoten zum sprichwörtlichen Teufel jagen. In korrekt verstandener Demokratie könnten wir ein vereintes Europa schaffen, in dem Freiheit, Chancengleichheit und Gerechtigkeit unter Wahrung der nationalen Einzigartigkeit als wahres Ziel angestrebt wird.

Wo Gerechtigkeit und Freiheit beginnt


Am Grund allen politischen Verständnisses liegt die Erziehung und Bildung der Jugend. Das "Lernen" kann als die wichtigste Aufgabe der Jugend angesehen werden, denn das Ziel (oder der Zweck) dieser Aktivität ist die Fähigkeit zur geglückten Lebensführung.
Das wissen natürlich auch alle wichtigen Leute der EU und in den Regierungen. Die Frage ist jedoch: Haben sie im Lauf ihrer eigenen Erziehung und Bildung gelernt, ihre Berufe richtig - das heißt redlich, ehrenvoll und zum Wohl ihres Volkes - auszuüben? Nun, das darf bezweifelt werden.
Man darf sich wirklich fragen, ob denn die für die Bildung Verantwortlichen wirklich so unfähig sind, dass sie kein Bildungssystem auf die Beine stellen können, das gebildete Menschen hervorbringt, welche wahrhaft fähig sind, ein glückliches Leben zu führen. An ihrer Stelle befähigen unsere Schulen Jahr für Jahr - wenn es gut geht! - nur ein Drittel der Schulabsolventen zu so viel Selbständigkeit, dass sie zumindest ihr eigens Leben einigermaßen im Griff haben - von "glücklichem Leben" kann weit und breit keine Rede sein.
Dies ist das Ergebnis, wenn ein Volk (oder deren Regierung) keine Lernkultur entwickelt oder an ihrer Stelle ein Schulsystem, das jeder Kultur entbehrt. Dann wird "Lernen" zur Verpflichtung mit nur einem Ziel: Aus der Gesamtmenge gerade so viele für bestimmte Zwecke "Gebildete" hervorzubringen, dass der Rest leicht beherrschbar und regierbar bleibt.
Die Entwicklung und Pflege einer (neuen!) Lernkultur ist deshalb genau so wichtig für jedes Volk, wie der Fortbestand unserer Erde die Entwicklung und Pflege einer ökologische Kultur braucht. Macht die Menschheit (also die Völker als Gesamtheit) unverändert so weiter wie in den letzten hundert Jahren, dann werden wir Zeuge unseres eigenen, selbst verursachten Unterganges.
Machen die Völker mit der Bildung der Jugend so weiter wie in den letzten hundert Jahren, dann werden Zeuge unserer eigenen,. selbst verursachten Versklavung und Verdummung.
Wir - Völker und Menschen - brauchen dringend eine neue Lernkultur!
Helmut W. Karl