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Kategorie: Lernkultur
Erstellt von: Helmut

Lernkultur statt Erziehungswissenschaft


Bis vor ca. 100 Jahren ging man davon aus, dass unsere Kultur in den überlieferten Werten besteht, und dass alles Neue an diesen überlieferten Werten zu messen sei.
Diese Auffassung kann ich völlig verstehen, wenn man davon ausgeht, dass es um "absolute" Werte ginge, wie es etwa über fast zwei Jahrtausende mit der Bibel gehalten wurde. Sie gilt als Gottes Wort und somit als zeitlos, also ewig, gültig.
Seit wir in demokratischen Gemeinschaften (bzw. Staaten) leben, wurde vieles verändert. In modernen Staatsgebilden, deren Bevölkerungen aus verschiedenen Kulturbereichen (mit meist religiösen Wurzeln) stammt, gelten neue Werte. So bringt zum Beispiel die strenge Trennung von Kirche und Staat mit sich, dass die Bibel eben nicht den gleichen Wert für alle Staatsbürger haben kann.
Diese offensichtlichen Aspekte sind nur der Einstieg in ein neues Kulturverständnis. Wissenschaft und Technik haben - wenn auch wenig mit Religion vergleichbar, - einen bedeutenden Einfluss auf die gesellschaftliche Realität, der sich in veränderten Wertesystemen niederschlägt.

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Kategorie: Lernkultur
Erstellt von: Helmut

Es war einmal ... Pädagogik


Geschichtlich gesehen behandelt Pädagogik ("die Kunst der Kindes-Führung") Methoden und Techniken, das Kind möglichst effizient "zu bilden", das heißt im Klartext: ihm "Form zu geben" (die ihm ja als von Geburt an sündiges Wesen fehlt?).
(Ab ca. 16.Jh. ist die Pädagogik eigentlich nur von der christlichen Kirche systematisch eingesetzt worden, und spielt in der Lehrerbildung der Neuzeit fast keine Rolle mehr. Sie wurde durch die "Erziehungswissenschaft" und psychologische sowie soziologische Ele­men­te ersetzt.)
Eine moderne Pädagogik gibt es nur mehr in Randgebieten. In den Erziehungs­wissenschaften geht es nicht mehr um Erziehung zur "Gott-gefälligen Lebensführung", sondern darum, ein "nützliches Glied der Gesellschaft" heranzubilden. Um dies zu erreichen, gilt es das Kind so beschäftigt zu halten, dass es sich dieser Formgebung nicht widersetzt, sondern willig mitmacht und nach Möglichkeit dazu beiträgt.

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