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Kategorie: Lernkultur
Erstellt von: Helmut

Teil 1.3, Bildung: Lehren, unterrichten, Schule


Lehren ist die Aktivität, (einen) studierenden Menschen einen Weg zu bereiten, auf dem dieser die gewünschte Veränderung (zum Besseren, zu größerer Herrschaft) erzielen wird. Es ist Menschen einen Weg weisen, sie führen, anleiten, um selbst (eigenes) Wissen zu erwerben.
Das Wort bedeutet aus sprachgeschichtlicher Sicht "(durch Nachspüren) wissend machen" und ist demnach bedeutend mehr als bloß einem einzelnen oder einer Gruppe von Menschen "Stoff vorzutragen".
Der Begriff "wissen" (sowohl als Nomen als auch als Verb) wurde in den vorausgegangenen Teile bereits mehrfach benützt, ohne dass er näher erörtert worden wäre. In jenen Teilen reichte das übliche, verbreitete Verständnis des Wortes, doch im Zusammenhang mit dem Begriff "lehren" in einer neuen Lernkultur wird es erforderlich, es genauer zu betrachten.

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Kategorie: Lernkultur
Erstellt von: Helmut

Teil 1.2, Bildung: lernen und studieren


Bildung ist das (selbst bestimmte) Erwerben von Allgemeinwissen und Fertigkeiten, die für alle Situationen des Lebens bereichern und befähigen, in der Gesellschaft bestehen zu können und Aufgaben verantwortlich in ihr wahrzunehmen. Auch das so erworbene Wissensgut wird als Bildung bezeichnet.
Faktenwissen ohne Bezug auf das Leben und andere Kulturbereiche kann nicht als Bildung gelten - denn wie glücklich kann der Mensch sein, der als lebendes Lexikon durch die Welt geht und sich unfähig erweist, sein Wissen zur Lösung von Problemen und Konflikten des Alltages zu nützen?
Zwangsweise erteilter Unterricht kann kaum oder nur recht selten zu wahrer Bildung führen, nämlich nur dann, wenn der so gebildete Mensch im vollen Verständnis des Geschehens diesem zustimmt und aus eigener Bestimmung mitmacht. Gewöhnlich kann - vor allem bei Kindern - davon keine Rede sein, weil Eltern und Kinder gleichermaßen von der falschen Vorstellung ausgehen, dass dieser Unterricht gesetzlich verordnet wäre und unausweichlich sei.
Es scheint offensichtlich, dass Bildung im oben genannten Sinn ohne zu lernen nicht erworben werden kann. Aus welchem Grund auch immer, doch gerade der Begriff des Lernens ist eines der großen Themen, die in unserer Kultur ziemlich kontroversiell und unverstanden scheinen.

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Kategorie: Lernkultur
Erstellt von: Helmut

Teil 1.1: Abgrenzung der Begriffe


Warum das denn, fragen Sie sich?
Wir leben in einer Zeit, da Wissenschaft ungemein hohen Wert hat und all zu oft den Anspruch erhebt, den Menschen eines Besseren zu belehren. Es ist, als gäbe es nur eine Wahrheit, die alles andere regiert, und diese eine Wahrheit wird von der Wissenschaft verkündet. Nicht, dass ich Wissenschaft gering schätzten - aber mit der Idee von der absoluten Wahrheit kann ich mich partout nicht anfreunden - und dies vor allem nicht im Bereich der Pädagogik.
Die wohl am weitesten gediehene Wissenschaft scheint mir heute die Physik - zumindest in einigen Bereichen - zu sein. Dem gegenüber scheinen mir am wenigsten fundiert die sogenannten Geisteswissenschaften zu sein. Doch gerade in diesem Bereich gibt es offenbar die meisten "Wahrheiten", die auf nichts anderes als autoritäre Meinung gründen. (Vielleicht interessiert Sie in diesem Zusammenhang mein Artikel zum Thema "Geist"? Lesen Sie hier: Eine Geschichte des menschlichen Geistes)
Pädagogik ging in unserer Zeit praktisch verloren, sie wird weder gelehrt noch praktiziert. Doch setzt man heute alles dran, Lehrpersonal vom Kindergarten bis zu den Pflichtschulen in sogenannten pädagogischen Hochschulen bilden zu lassen. Man setzt wohl voraus, dass an solcher Art Hoher Schule die Wahrheit "und nichts als die Wahrheit" über Kindesführung unterrichtet würde.

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Kategorie: Lernkultur
Erstellt von: Helmut

Wie es entwickelt wurde


Die Anfänge meines pädagogischen Manifests entstanden im ersten Betriebsjahr unseres Wiener Lehrinstituts, Institut Wissen und Können, 1980.
Bis 1988 wurden die praktischen Erfahrungen Jahr für Jahr ausgewertet und fanden Einfluss in die jeweiligen Fassungen. Die jeweils gültige Fassung nutzen wir auch als Grundlage in der Ausbildung unserer pädagogischen Mitarbeiter. 1988 wurde das Manifest erstmals in verschiedenen Medien publiziert.
Bis zur Schließung unseres Instituts im Jahr 1996 war dieses Manifest das zentrale Regelwerk für alles pädagogische Wirken in unserem Institut. Die damit sowohl bei der Ausbildung unserer Privatpädagogen als auch bei den von diesen unterrichteten und geführten Kinder und Jugendlichen erzielten Veränderungen waren ausgesprochen bemerkenswert. Sie wurden von den durchwegs jungen Privatpädagogen, unseren Schülern und deren Eltern sehr geschätzt.
Um die darin dargelegten Gedanken der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, wird dieses Werk ab November 2016 kapitelweise im Internet veröffentlichen.

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