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Kategorie: Lernkultur
Erstellt von: Helmut

Teil 3: Pädagogische Leitlinien


In diesem Teil werden die Aufgaben und Grenzen der verschiedenen Aktivitäten zur Erziehung, zum Erwerb von Bildung und Ausbildung als kompakte Übersicht behandelt. Die hier dargelegten Betrachtungen sollten idealer Weise von jeder Regierung, die ihr Volk und seine Kultur liebt und sich ihm verpflichtet fühlt, geachtet und beachtet werden.

Erziehung


Erziehung hat die Aufgabe, erworbene Kultur zu erhalten und dem Nachwuchs zu vermitteln. Sie ist demzufolge Privileg der Eltern, der Staat soll diese Aufgabe nur dann übernehmen, wenn weder Eltern noch nahe Verwandte vorhanden sind, die sich dieser Aufgabe an Stelle der Eltern annehmen.
Um die Vermittlung möglichst verlustfrei zu erreichen, sollen die im Menschen vorhandenen Möglichkeiten, also seine Anlagen und Begabungen, geweckt, gefördert und entfaltet werden. Die Erziehenden bedürfen deshalb eines klaren Bildes von den im Menschen angelegten Möglichkeiten, soll dieses Unternehmen erfolgreich sein und die Anlagen zur Blüte und Reife bringen, obgleich sie nicht Pädagoge zu sein brauchen.

Unterricht


Unterricht hat die Aufgabe, durch getreue Vermittlung des von Dritten bereits gewonnenen und dargebotenen Wissens im Lernenden Verständnis zu bilden und Selbständigkeit in der Anwendung zu fördern. Unterricht ist als „Fortpflanzung des Wissens“ zu verstehen und diesem Sinn zu erteilen.
Weil Unterricht zum Lernen führen und geistige Energie mehren soll, muss Wissen und Fertigkeit systematisch aufgebaut werden. Es müssen Kenntnis- oder Fertigkeitslücken rechtzeitig erkannt und geeignete Maßnahmen gesetzt werden, um solche Lücken zu schließen. Dazu bedarf es weder der Benotung noch der Beurteilung, sondern umfassender lernkundlicher Kenntnisse im Unterrichtenden.

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Kategorie: Lernkunde
Erstellt von: Helmut

Keine Verbindung zur Psychologie


Schon gegen Ende des 19. JH hat die Psychologie den Bereich ihres Namensgebers - den Bereich der Psyche (d.h. Geist oder Seele,) verlassen und sich als Naturwissenschaft zu etablieren versucht.
Um sich als Wissenschaft zu behaupten, bedurfte es einer Unmenge neuer Definitionen und Betrachtungen. Um die ganze Tragweite dieses Wandels zu verstehen, muss man sich vor Augen führen, womit die Naturwissenschaften sich seit je befassen: Der Gegenstand ihrer Forschung waren und sind die objektiven (d.h. gegenständlichen, körperlichen, materiellen) Dinge und Kräfte unserer Welt (resp. der Natur).
Von Prof. Wilhelm Wundt, dem Begründer der sogen. Experimentalpsychologie, ist überliefert, dass er der Überzeugung war, es sei völlig nutzlos, sich mit so "ungreifbaren" Dingen wie dem Geist oder der Seele zu befassen. Er ließ nur "Gegenstände" (gemeint sind hier Untersuchungsgebiete) gelten, die (etwas überspitzt ausgedrückt) gemessen und gewogen werden können. Natürlich entzieht sich Geist - die Seele - diesem Anspruch - und deshalb sah sich Herr Wundt berechtigt, ihn (bzw. sie) aus der modernen Psychologie zu verbannen und sie einfach durch das "Erleben und Verhalten des Menschen" zu ersetzen.

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